Laute

Später, im Herbst
Hausen in den Silberpappeln große Schwärme von Krähen
Aber den ganzen Sommer durch höre ich
Da die Gegend vogellos ist
Nur Laute von Menschen rührend.
Ich bin’s zufrieden.


(Bert Brecht, Die Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 2000)

Da qui, more solito.

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Penne rosse in giornate nere

Ho comprato due penne rosse.
Due Staedtler rosse; sul retro della confezione sta scritto:
Penna a sfera
Kugelschreiber
Ballpoint pen
Stylo à bille
Boligrafo
Ballpoint
Kulspetspenna (hai capito, lo svedese!)
Kuulakynä
Esferografica.
[In classe i ragazzi ridacchiano quando dicono Kuli, l’abbreviazione di Kugelschreiber]

Non compravo una penna rossa dall’epoca in cui io frequentavo quella che allora si chiamava scuola media.
E ora devo usarla in altro modo nella scuola superiore di I grado.

Dopo questo giovedì, cade a fagiuolo la Lyrik del giorno (di Enzensberger):

Ein schwarzer Tag

An solchen Donnerstagen
hackt sogar der erfahrenste Metzger
sich einen Finger ab.
Alle Züge haben Verspätung,
weil sich die Selbstmörder
nicht mehr beherrschen können.
Der Zentralcomputer im Pentagon
ist schon lange zusammengebrochen,
und alle Wiederbelebungsversuche
in den Freibädern kommen zu spät.

Zu allem Überfluß
kocht nebenan bei Marotzkes
jetzt auch noch die Milch über,
der Hund hat Verdauungsbeschwerden,
und nicht einmal Tante Olga,
die Unverwüstliche,
ist so ganz auf der Höhe.

(Leichter als Luft. Moralische Gedichte. Suhrkamp Verlag, Frankfurt a. M. 1999)

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tisch und stuhl

tisch und stuhl
stehen schwul
im raum herum
und glotzen dumm

trotz beinen vier
kann ich nicht zu dir
warum sind wir
kein tier

bei tages licht
bemerkt man es nicht
da hockt ein gewicht
auf unserm gesicht

doch bei nacht
erwacht es mit macht
man schaut sich an
und kommt nicht heran

tisch und stuhl, von Gerhard Rühm, aus: Geschlechterdings, Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 1990

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In un tappeto di acqua

In einen Teppich aus Wasser
sticke ich meine Tage,
meine Götter und meine Krankheiten.

In einen Teppich aus Grün
sticke ich meine roten Leiden,
meine blauen Morgen,
meine gelben Dörfer und Honigbrote.

In einen Teppich aus Erde
sticke ich meine Vergängnis.
Ich sticke meine Nacht hinein
und meinen Hunger,
meine Trauer
und das Kriegsschiff meiner Verzweiflungen,
das hinübergleitet in tausend Gewässer,
in die Gewässer der Unruhe,
in die Gewässer der Unsterblichkeit.

Thomas Bernhard, Gesammelte Gedichte, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1991, dall’odierno Lyrikkalender.

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Contemplazione del tempo

Mein sind die Jahre nicht, die etwa möchten kommen;
Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in acht,
So ist der mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.

Gryphius, per i meditativi del mese racchio.

(Ma anche, che so, un Liebeslied per i lussuriosi, Laß die Matratze knarren!, o Vergangene Liebe per quelli che sono in fase calante, Einsam entfremdet und ohne Verstehn, o Ich bin versenkt, versunken, per quelli cui non nascono più fiori in bocca.)

Senza te vivrei ancora

senza te vivrei ancora
vivrei senza te finché,
vivrei ancora come prima che tu,
vive quanto ha occhi
come prima ha sguardi uguale,
senza te come mi va come
mi – va corre cade, se la pelle mi
strappassero avrei piuttosto
freddo, vive mi tiene salda
quel che venne viene ancora viene: a capo-
fitto schiantarsi nell’
abbraccio del marciapiede.

Le liriche della scrittrice austriaca Evelyn Schlag (nata nel 1952) sono variazioni su un unico tema: il divino ordine dei desideri, le alterne vicende dell’amore e i traslochi del cuore.

Fonte e originale DE (© Evelyn Schlag): Dradio.de.

Se ogni traslazione da lingua in lingua è in fieri, questa è stra-infieri. Non sono sicura di aver capito la lirica in tedesco, ma me ne sono innamorata. L’accoppiata “amore” e “non capire” è comunque piuttosto comune 🙂